DU BIST NICHT ALLEINE MIT DEINER TRAUER

DER MOMENT

Vor ein paar Minuten war noch alles anders. ein Augenblick, der im Nachhinein wie eine Ewigkeit erscheint, ändert dein Leben in Sekunden. Der Tod eines lieben Menschen, sei es plötzlich, völlig unerwartet, sei er herbei- ersehnt, weil der Anblick des Leides nicht mehr zu ertragen war oder ruhig und friedlich, ändert dein Leben in der Sekunde um 180 Grad. Es schlägt ein wie eine Bombe. Kein Stein bleibt mehr auf dem anderen und man wird, egal in welcher Lebenslage man sich befindet, überrollt von Emotionen, Veränderungen, dann Formularen und Problemen überragt.  Nichts ist mehr wie es war.

 

 

DAS DANACH

 

Trauer ist individuell. Jeder trauert einzigartig. JEDE FORM DER TRAUER IST OK. JEDE EMOTION IST OK. Du musst nix! 

Du musst in kein Schema passen. Du kannst weinen, schreien, still sein, nicht weinen, im ersten Moment froh sein, auch länger. Es kann in Schüben kommen, du kannst dich zurück ziehen, du kannst Menschen suchen. Du kannst das Gefühl haben dem Leben zu entgleiten. Du kannst das Gefühl völliger Aufgabe, Resignation, Depression, Angst haben. Du musst niemanden seine Erwartungen erfüllen. 

 

Doch eines solltest Du. Und das war, was auch mich gerettet hat. Wissen, dass es eine Sache gibt, mit der dieser Mensch auf ewig mit dir verbunden ist und du mit Ihm. Das ist die Liebe. Und Gott ist die Liebe, also sind unsere Verstorbenen in seiner Liebe aufgegangen und mit uns und ihm darin geeint. Die verstorbenen spüren keinen Schmerz, keine Angst mehr. Sie sind in einer unendlichen Liebe gebettet in der auch wir einmal aufgehen werden. Die Liebe ist immer, sie hat keinen Anfang und kein Ende. 

 

Wir bleiben zurück in der unfassbar kalten, einsamen Realität, doch immer und immer wieder müssen wir daran denken, dass es noch etwas anderes gibt und etwas anderes kommt wenn auch wir einmal hinüber scheiden. Schlimm ist es nur für uns, die vermissen, die hier weiterleben müssen mit dem riesigen Krater des Verlustes, der hier zurück bleibt. 

 

Im Gebet, wenn uns die Ängste und die Trauer übermannen, können wir zu unserem Vater (Gott) hin beten und er gibt unsere Liebe weiter und verbindet uns mit den verstorbenen und wir werden ruhiger. Wir wissen um die nicht Endgültigkeit der Trauer. Wir wissen, es wird der Tag kommen an dem der Herr jede Träne trocknet. 

die lange zeit danach

Was ist mit dir? Wieso bist du traurig?

Ich vermisse meine Eltern.

Die sind doch eh schon 1 1/2 Jahre tot!

 

Und? Was sind 1 1/2 Jahre ohne einen geliebten Menschen zu leben, mit dem man vielleicht sein ganzes Leben verbracht hat? Den oder die Partnerin mit der man die schönsten Momente seines Lebens hatte? Das geliebte Kind, dass man selber geboren hat und dem man wieder nachsehen muss? 

Lächerliche 2 Jahre? Lächerliche 3, 4, 5 Jahre?

 

Es wird nicht mehr wie vorher, denn ein Stück wurde aus unserem Herzen gerissen. Doch! Das Stück ist jetzt beim Herrn. Die Liebe ist nicht verloren. DIE LIEBE IST. Wir werden uns wandeln, mit den Jahren ohne diesen Menschen, doch wenn wir im Herzen in Gott begründet sind, so wissen wir wo wir hin gehen können, wenn es uns das Herz zerreißt und wir drohen unter zu gehen.

 

Ich kann mich an Heulkrämpfe erinnern wo ich dachte ich müsste selbst sterben dabei. Weil ich das Gefühl nicht mehr ertragen konnte. 

 

Ich habe in der Trauer liebe Menschen an meiner Seite. Doch so alleine wie in der Trauer ist man trotzdem in seinem ganzen Leben nie.

 

Vor allem in der heutigen Gesellschaft dauert die Anteilnahme bis zum Begräbnis. Dann das Verständnis vielleicht noch ein paar Wochen, doch dann muss doch bitte schön das normale Leben wieder her. Floskeln wie "Es war ja eine Erlösung" oder "na jeztzt hat er keine Schmerzen mehr" sind leere Worthülsen. "Ich kann dich nicht weinen sehen das zerreißt mir das Herz" - baut noch zusätzlich Druck auf beim Trauernden. Mit der Trauer beim lieben Gott zu sein, ist besser als mit solchen Kommentaren fertig gemacht zu werden, wo man es ohnehin schon ist.

 

Ich halte nichts von Schemata, in die man gerne von der Gesellschaft gepresst wird,  aber eines ist schon klar. Im ersten Jahr des Verlustes macht man den kompletten Jahreszyklus durch. Den ersten Geburtstag der Person, den eigenen Geburtstag ohne den Menschen. Weihnachten, Jubiläen, Ostern.  Dann den Todestag (oder was ich als Ausdruck viel schöner finde), den 1. Geburtstag der Person im Himmel / In der Ewigkeit. 

 

Alle Formen der Hilfe, die man möchte und sich sucht sind in Ordnung. Trotzdem ist es gut zu Wissen. Gott ist immer da. Wenn ich mich mit meinem Rosenkranz in der Hand heulend hingesetzt habe so hat er mich getröstet. Ich wurde und werde ruhig. 

 

An manchen Tagen  trauere ich wie am ersten Tag. Nach aussen merkt es niemand mehr, denn es gibt kein Verständnis von aussen. Dann geht es Phasenweise, man glaubt es wird besser und der nächste Rückschlag kommt. Unerwartet ganz plötzlich aus dem Nichts eine Erinnerung. Auch das ist Normal und Gut und gehört zur Trauer dazu. 

 

Wenn wir glauben es nicht mehr zu schaffen, müssen wir uns Gott zuwenden, unseren Kummer vor ihn legen und uns trösten lassen. 

Mit der Liebe die uns alle auf ewig verbindet. 

Wenn Du in der Umgebung von Hagenbrunn oder Maria Grün bist, kannst du mich gerne kontaktieren wenn du trauerst und darüber sprechen möchtest. 

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